Universal Soldier (1992)

Posted in Rezension with tags , , on November 1, 2008 by balkantoni

Ok, nach ein paar Monaten Pause wird es Zeit für ein paar neue Rezensionen! Here goes noch ein Film von Roland Emmerich – nachdem unser Dannyboy ja 10.000 BC nicht gut fand, wird es Zeit für eine Rehabilitation:

Ich geb’s zu: Hatte Universal Soldier noch nie gesehen. Bis gestern. ABER! Er ist voll ok. Jean-Claude und Dolph Lundgren, zwei dieser Men of Action der 80er, prügeln sich, inmitten eines ziemlich behämmerten Plots, welches sich als Robocop sans Satire zusammenfassen lässt – eine dieser 80er-Ideen, die Mann-Maschine, wird bis auf ihre unprätentiösen Knochen ausgezogen und zu einem ziemlich wilden Slugfest-Tanz angeheizt!

Und es funktioniert: Lundgren kommt ziemlich irre ‚rüber und spielt wirklich ganz gut – fast so gut wie ein paar Jahre davor bei Punisher. Jean-Claude ist so steif und campy wie immer, kickt dafür aber Sachen, die 3 Meter über seinem Kopf hängen und ist physisch in einer absoluten Spitzenform. Knisternde Spannung zwischen diesen zwei Übermännern! Und sie entlädt sich in Explosionen, Schießereien und Kloppereien.

Universal Soldier ist ein Film aus der Zeit, als Actionszenen noch nicht in diesem epilleptisch-hektischen Stil gedreht wurden, was sehr gut ist, da Jean-Claudes – ohne jede Ironie als beeindruckend zu bezeichnende – physische Performance somit noch stärker in den Mittelpunkt des Geschehens gestellt wird. Roland Emmerich hat nicht nur in dieser Hinsicht für hohe Produktionsqualität gesorgt: Kulissen und Schauplätze sind durchgehend originell und gut eingefangen, so dass der Film trotz einer offensichtlichen Trashigkeit nicht zum Campfest mutiert. Insgesamt daher wärmste Empfehlungen für einen dieser male bonding Abende!

http://www.imdb.com/title/tt0105698/

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10.000 BC (2008)

Posted in Rezension with tags , on März 11, 2008 by danliftingbanner

USA 2008 Roland Emmerich

Eigentlich wollte ich ja endlich was über Kung fu Filme schreiben,aber dann kam mir dieser Bockmist dazwischen.Ich hab ja schon viel schlechte Filme gesehen,und ein schlechter Film muss ja nicht unbedingt zwingend „schlecht“ sein,wenn ihr wisst wie ich meine!

Ich will jetzt hier auch nicht viel dazu schreiben,das hat dieses Machwerk sowieso nicht verdient. Also ganz kurz, Urmenschen jagen Mammuts, der Stamm wird überfallen, die Helden verfolgen die Bösewichte, finden ne Stadt, machen dort alles platt, Held kriegt die Frau. Und um allen noch den Spass zu verderben, die den Film noch sehen wollen: die Frau  überlebt am Schluss da sich die Geisterbeschwörerin opfert. Somit habt ihr euren Kinoeintritt gespart, glaubts mir. Der Film ist dermassen LANGWEILIG, das ist unglaublich.Wenn ich mich schon nach ca. einer Minute nach Beginn des Films zum schlafen hingezogen fühle, verheißt das nix gutes. Die Actionsszenen sind fast komplett in den Trailern enthalten, der Rest ist mit ödem pathetischem Geschwätz aufgefüllt. Emmerich kann einfach keine guten Filme drehen. Wie bei Stargate läuft es nur drauf hinaus was zum Thema Ägypten zu zeigen. „Ägypten? Ich dachte da gehts um Säbelzahntiger, Riesenvögel und Mammuts!“Das stimmt schon, allerdings ca nur 5% von 90 Minuten Film. Fertig,genug dazu geschrieben, die Nudeln kochen schon.

Deadbeat at Dawn (1988)

Posted in Rezension with tags , , on Januar 26, 2008 by balkantoni

Deadbeat at Dawn ist einer der besten Filme, die ich je gesehen habe. Ich erinnere mich genau an den Tag, als mir Danliftingbanner die Kassette in die Hand drückte und so etwas sagte wie: „Der könnte dir gefallen – ist so ein 80er-Gang-Film mit Nunchakus und Jeansjacken ohne Ärmel.“

Und es stimmt – auf den ersten Blick ist Deadbeat at Dawn nicht mehr als ein hyper-gewalttätiger Low-Budget-Action-Film mit einer scheinbar unterentwickelten Story: Goose, gespielt von Autor / Regisseur des Films Jim van Bebber, ist der Anführer der Gang namens Ravens, der versucht das Leben als Krimineller zu verlassen und mit seiner Freundin straight zu werden. Diese Pläne werden allerdings von der gegnerischen Gang, den Spiders, zerstört – diese töten nämlich Gooses Freundin und, wie sollte es anders sein, zwingen ihn zur Rache. Diese mündet in einem außerordentlichen Massaker.

Das besondere an Deadbeat at Dawn ist, dass es trotz seines winzigen Budgets kein Schund ist (die meisten Low Budget-Filme sind es nämlich) – es ist einer dieser seltenen Filme, bei welchen das Talent der Beteiligten jede Budgethürde überwunden zu haben scheint: Die Action-Szenen sind fantastisch choreographiert und dynamisch geschnitten (Van Bebber war ein ziemlicher Kampfsport-Freak, was man an den zahlreichen Nunchaku-Szenen und hohen Kicks der Kampfszenen sehr gut sieht). Der Soundtrack besteht meistens aus minimalen Synthie-Geräuschen oder einer Flanger-Gitarre und unterstützt die trostlose Atmosphäre sehr gut. Die Schauspieler sind überzeugend, die Bilder sind stets düster und bedrückend. Das beste an diesem Film ist allerdings die totale Abwesenheit der Ironie – Deadbeat at Dawn ist todernst. Alleine schon deswegen wird er nie von so einer Hanswurst wie Tarantino zitiert werden; dafür hat Van Bebber einfach viel zu sehr an sein Werk geglaubt.

Was mich an diesem Film besonders beeindruckt hat, war die intensive Atmosphäre – die Welt in Deadbeat at Dawn ist von Armut, Gewalt und emotionaler Verkümmerung gekennzeichnet – dieses letzte Element wird vor allem von Danny, dem Anführer der Spiders, personifiziert, der auf die Frage, ob er seine Freundin liebt fast mit Gewalt reagiert. Was das Thema der Armut angeht, so ist der Vater des Protagonisten ein drogenabhängiger Vietnamveteran und diese waren in den 80ern eine regelrechte Allegorie der sozialen Verwahrlosung, so etwa in Combat Shock, einem Film, der in vielerlei Hinsicht Deadbeat at Dawn ähnelt (beide sind vergleichbar Lo-Fi, ernst und pessimistisch). Die Gewalt in Deadbeat at Dawn ist niemals witzig oder cool, sondern vielmehr furchterregend und entsetzlich; dies ist etwas, das in der endgültigen Auseinandersetzung zwischen Goose und Danny besonders eindrücklich demonstriert wird: die beiden zerfleischen sich förmlich Gegenseitig und sterben beide. In Deadbeat at Dawn triumphiert man nicht durch Gewalt, sondern stirbt.

Deadbeat at Dawn ist daher ein Actionfilm, der es schafft mehr als bloß Gore und Thrills zu vermitteln: Es ist ein Film mit dem man sich erst nach dem Sehen auseinanderzusetzen beginnt, weil man das Gefühl hat in den Abgrund menschlicher Möglichkeiten geblickt zu haben – ein bisschen so wie bei Anti-Kriegs-Filmen (wo wir wieder bei Combat Shock wären).

P.S. Ein weiterer Punkt, den ich persönlich an diesem Film schätze ist die Tatsache, dass er eine perfekte Verkörperung des von mir bereits Erwähnten Bildes der Kriminalität in den 80ern – Bandanas und Nunchakus. Die Double Dragon-Verfilmung hätte so aussehen müssen.

Imdb: http://imdb.com/title/tt0099377/

Romper Stomper (1992)

Posted in Rezension with tags , , , on Januar 14, 2008 by balkantoni

Romper Stomper wurde mir von so ziemlich jedem meiner Freunde groß angekündigt – als der große amoralische Skinhead-Film, als der Film über Motivationen von Neo-Nazis, als der unhollywoodhafte Diskurs-Film und whatnot. Und jetzt habe ich ihn gesehen und verstehe absolut nicht, woher meine Freunde ihre gute Meinung herhaben. Romper Stomper ist in jeder Hinsicht ein minderwertiger Film. Das einzig Gute an diesem Film ist dessen eingängiger Titel. Der Rest – angefangen bei der 80er-Neon-Optik bis hin zu Russel Crowes ungewohnt minderwertiger Darstellung ist schrottig. Der Film ist (bis auf den Soundtrack) nicht einmal authentisch – in Romper Stomper sind Skinheads eher geschminkte Droogs als… nun Skinheads. Und die Mädchen erst – die wären gute Statisten in Blade Runner gewesen.

Am schlimmsten ist allerdings der Kitsch. Ugh. Lasst euch nicht täuschen – trotz all dessen vordergründiger Gewalt ist Romper Stomper einer dieser homoerotischen Male-Bonding-Filme. Es geht um zwei Skinheadkumples, zwischen denen der Keil in Form einer Frau getrieben wird. Ganz schlimm. Und nein, ein Film über Neo-Nazis muss keineswegs dessen Thematik irgendwie moralisch Bewerten, allerdings erscheint Romper Stompers Amoralität eher ein Ergebnis mangelnder Intelligenz als einer tatsächlichen Absicht zu sein. Geoffrey Wrigt, der Regisseur und Autor des Films, hat nach Romper Stomper auch nichts nennenswertes mehr gemacht. Es gibt Leute wie Jim Van Bebber (dessen Deadbeat at Dawn ich als nächsten Film rezensieren werde), bei denen es eine richtige Tragödie ist, dass sie nicht Produktiver sind – bei Wright ist das definitiv nicht der Fall.

Abschliessend kann ich nur sagen, dass das nächste Mal, wenn euch jemand Romper Stomper als ernsthafte Alternative zu American History X nennt, ihr anfangen solltet laut zu lachen – American History X mag ein moralisierender Hollywood-Film sein, es bleibt dennoch auch ein intelligenter, authentischer und außergewöhnlich bitterer Film. Romper Stomper, hingegen, ist einfach nur Schund.

Imdb: http://imdb.com/title/tt0105275/

Das Fliegende Auge / Blue Thunder (1983)

Posted in Rezension with tags , , on Januar 13, 2008 by danliftingbanner

Das fliegende Auge
(Blue Thunder)
1983
John Badham

So, das wird also mein erster Blogbeitrag,warum nicht mit einem Film anfangen der mir schon als 12jährigen feuchte Träume beschert hat, und zwar DAS FLIEGENDE AUGE. Gedreht wurde der von John Badham, und der Typ ist nicht wirklich ein schlechter Schinken da er andere Kracher wie zb SATURDAY NIGHT FEVER oder NR5 LEBT (der ganz oben bei meinen Filmen steht, die ich mir dringend mal wieder ansehen muss) gedreht hat.

Gleich am Anfang des Films wird man darauf hingewiesen das die im Film verwendete Technik damals auch bei der wirklichen Polizeiarbeit eingesetzt wird, ob das jetzt wirklich so stimmt lassen wir mal dahingestellt sein. Jetzt zur Story: Es geht darum das ein neuer Polizeihubschrauber getestet werden soll, mit dem z.Bsp. bewaffnete Aufstände niedergeschlagen werden können.

Gleichzeitig lernen wir den Piloten Frank Murphy kennen, und wie solls anders sein, er ist der typische Filmpolizist (meiner Meinung nach gut besetzt mit Roy Scheider). Er ist Single (oder ich nehme an eher geschieden), er ist etwas verkracht mit seiner neuen Freundin, lernt natürlich gleich den neuen jungen (und etwas trotteligen) Partner kennen und ist etwas launisch. Hinzu kommen allerdings noch neue Dinge, so fährt er einen Sportwagen mit dem auch mal im Parkhaus Slalom gefahren wird und er hat ein Vietnamkriegstrauma.

Jedenfalls wird er gleich mit dem neuen Hubschrauber vertraut gemacht, dabei lernen wir auch den Feind des Films kennen und zwar CLOCKWORK ORANGE Darsteller Malcolm Mcdowell. Beide kennen sich noch aus Kriegstagen, Kommentar von Murphy´s Boss zu Malcolm „Was ein Arschloch“. Nach anfänglichen Witzen inklusive des Ranzoomens ins Dekollete einer Prostituierten oder beobachten einer Schauspielerin bei nackten Yogaübungen kommen unsere Helden einem Komplott auf die Spur bei dem der neue Hubschrauber keine kleine Rolle spielt.

Jetzt kommt auch leider die Schwäche des Films zum Vorschein, denn natürlich steht der besagte Hubschrauber im Zentrum des Films doch immer passend und eher als Mittel um die Intrige durch dessen technische Spielereien aufzudecken, allerdings nur bis zur letzten halben Stunde wo es vom ganz gut gemachten Verschwörungsthema zum Geballer übergeht und Murphy ab diesem Zeitpunkt nur noch im Hubschrauber sitzt.

Bitte versteht mich jetzt nicht falsch: ich mag Actionfilme und der Schluss ist auch gut gemacht, allerdings merkt man, dass es der Regisseur nicht mehr aushalten konnte, endlich Gas zu geben. Und was da alles aufgefahren wird! Polizeiautos werden in der Mitte zerschossen, F16 Flugzeuge jagen mitten in der Stadt Brathähnchenbuden in die Luft,und der abschliessende Luftkampf inklusive Helilooping(!). Hier wirde leider etwas zuviel Gas gegeben, da besagte F16 Flieger oder der schwer bewaffnete Gegnerhubschrauber doch etwas übertrieben sind.

Die Thematik des Films ist auch so ’ne Sache, da einerseits fast schon die Technik der damaligen modernen Polizeiarbeit gelobt wird, andererseits das Thema Überwachungsstaat kritisiert wird. Ich glaube, der Regisseur wusste selbst nicht ganz auf was er hinauswollte weswegen der Film etwas überladen ‚rüberkommt. Trotzdem muss ich sagen das der Film sehr unterhaltsam ist und definitiv einen hohen Wiederanschauungswert hat.

 

Imdb: http://imdb.com/title/tt0085255/

Legend (1985) – Director’s Cut

Posted in Rezension on Januar 4, 2008 by balkantoni

„Legend“ ist einer dieser Filme- ich verstehe genau, was Ridley Scott wollte und doch will es nicht funktionieren. Doch zunächst einmal zum Film selbst: Ridley Scott drehte „Legend“ mit der Absicht einen Märchenfilm zu drehen. Es handelt sich also nicht um eine tolkien’sche keltenimport-Saga, sondern um einen Film, der nur wenig Kontext zu dem Dargestellten liefert. Wir sehen nie das Königreich der Prinzessin und bekommn nur das Notwendigste über die Motivationen der Figuren zu sehen. Der Plot – ein Einhorn soll aus den Händen eines Dämons gerettet werden – ist ebenfalls märchenhaft karg. Das ist alles kein Problem. Die Kulissen und bilder sind ebenfalls outta here – „Legend“ sieht so aus, wie ich mir eine LSD-Erfahrung vorstelle. Sehr bunt, mit wirklich schrägen Sounds! Die Einhörner machen Buckelwalgeräusche (im Ernst), die Gewässer rauschen mit viel zu viel Bass. Jerry Goldsmiths Musik ist überwältigend. Eigentlich müsste mit Legend gefallen.

Und doch lässt mich der Film kalt. Selbst im Director’s Cut hat „Legend“ viel zu wenig Tempo, einen ungünstigen und extrem flachen Spannungsbogen und ein viel zu langsames Finale. Außerdem wurde mir die freud’sche Dimension märchenhafter Finsternis viel zu sehr durch die holywood-typische Wiederinstandsetzung der Familie überlagert. Und Tom Cruis nervt in diesem Film mehr als in jedem anderen seiner Filme. Das ist besonders bitter, wenn man sich überlegt, dass auch Jim Carrey im Gespräch für die Hauptrolle war – er hätte dem film definitiv gut getan.

Imdb: http://imdb.com/title/tt0089469/

Death Wish / Ein Mann sieht rot (1974)

Posted in Rezension with tags , , on Dezember 31, 2007 by balkantoni

Eines der besseren Seminare meiner Studienzeit war ein Kurs über Noir-Filme; während meiner Recherche für die dazugehörige Hausarbeit stieß ich wieiederholt auf Rezensionen eines meiner liebsten Kindheitsfilme – Death Wish. Die Rezensionen waren sich allesamt einig darüber, dass Death Wish reaktionärer Schrott ist; hierbei ist mir insbesondere die Rezension in Clarens Carlos Buch „Crime Movies“ in Erinnerung geblieben, die Death Wish eigntlich nur nutzte, um liberale Empörung über die atavistischen Motive der Hauptfigut zu äußern.

Und genau da liegt das Problem: Das Mögen oder nicht-Mögen von Death Wish entscheidet sich meistens mit der politischen Gesinnung des Zuschauers bzw. dessen Bereitschaft den Film ohne den Filter dieser Gesinnung zu schauen. Denn, wenn man Death Wish als politischen Film verstehen möchte, dann ist er äußerst reaktionär und misantroph – da ist Charles Bronson, der einen Haufen Schwarzer und Migranten zunächst aus Selbstschutz und später prophylaktisch über den Haufen schießt – ich als Migrant müsste es eigentlich unerträglich finden. Das Problem dabei ist auch, dass Death Wish den Vigilantismus dessen Hauptfigur überhaupt nicht problematisiert, oder zur Diskussion stellt. Jede Problematisierung, die so mancher imdb-User wahrgenommen zu haben glaubt, ist so implizit, dass sie genausogut als Wunschdenken eingestuft werden kann. Genau das empört so viele Intelektuelle an Death Wish, denke ich – es ist die Ablehnung des Diskurses. Selbst auf dieser Meta-Ebene macht Death Wish die eigene Botschaft deutlich: Die Zeit der Worte ist vorbei. Jetzt wird geschossen. Man kann den Trailer des Films als stellvertretend für diese Haltung nehmen:

(man beachte die Tapeten in Charles Bronsons Wohnung, sowie einen jungen Jeff Goldblum als Dope Fiend!)

Und trotzdem kann man Death Wish mögen.

Einer der Wege, zugang zu Death Wish zu finden und ihn zu genießen, ist ihn als historischen Film zu verstehen. Die 70er / 80er Jahre waren in Amerika im allgemeinen und in New York im besonderen eine Zeit offener, furchterregender Gewalt. Die amerikanische Bevölkerung war der Kriminalität wesentlich stärker ausgesetzt, als dies heute der Fall ist und ein lähmendes Gefühl des Ausgeliefert-Seins an die Gangs und den Mugger war zur täglichen Realität geworden. Death Wish sprach, genau so wie Bernhard Goetz‘ Ermordung dreier Gang-Jugendlicher in der U-Bahn, dieses Gefühl der Hilflosigkeit an und wandelte die Passivität in einen bewaffneten, aggressiven Aktivismus. Man war nicht mehr ausgeleifert, man schoss endlich zurück – ich verweise hier auf einen anderen Blog-Artikel von mir, in dem ich etwas ausführlicher auf das Thema eingehe.

Und genau hier liegt die Größe und, ja, auch Schönheit von Death Wish: Dieser film ist ein Destillat der Idee des Trostes. Es ist kein morlaischer Film im ethischen Sinne, aber ein moralischer Film im Sinne der Kampfmoral. Es ist das schöne Jenseits, das einem die Qualen des Daseins erleichtern soll. Und Charles Bronson, mit seiner stoischen, unaufhaltsamen Gewalt, ist kein politisches Ereignis, kein sondern ein Erlöser aus der Angst, ein Tröster in der Not.

Übrigens: Falls man sehen will, was passiert, wenn Vigilantismus problematisiert wird, sollte man sich James Wans quasi-Remake Death Sentence anschauen. Die abschließende Annäherung des Rächers an die Täter bzw. deren Bestialität, symbolisch in den Ruinen der Zivilisation angesiedelt, empfinde ich als gar nicht so prätentiös und schlecht gelöst.

Imdb: http://imdb.com/title/tt0071402/