Legend (1985) – Director’s Cut

„Legend“ ist einer dieser Filme- ich verstehe genau, was Ridley Scott wollte und doch will es nicht funktionieren. Doch zunächst einmal zum Film selbst: Ridley Scott drehte „Legend“ mit der Absicht einen Märchenfilm zu drehen. Es handelt sich also nicht um eine tolkien’sche keltenimport-Saga, sondern um einen Film, der nur wenig Kontext zu dem Dargestellten liefert. Wir sehen nie das Königreich der Prinzessin und bekommn nur das Notwendigste über die Motivationen der Figuren zu sehen. Der Plot – ein Einhorn soll aus den Händen eines Dämons gerettet werden – ist ebenfalls märchenhaft karg. Das ist alles kein Problem. Die Kulissen und bilder sind ebenfalls outta here – „Legend“ sieht so aus, wie ich mir eine LSD-Erfahrung vorstelle. Sehr bunt, mit wirklich schrägen Sounds! Die Einhörner machen Buckelwalgeräusche (im Ernst), die Gewässer rauschen mit viel zu viel Bass. Jerry Goldsmiths Musik ist überwältigend. Eigentlich müsste mit Legend gefallen.

Und doch lässt mich der Film kalt. Selbst im Director’s Cut hat „Legend“ viel zu wenig Tempo, einen ungünstigen und extrem flachen Spannungsbogen und ein viel zu langsames Finale. Außerdem wurde mir die freud’sche Dimension märchenhafter Finsternis viel zu sehr durch die holywood-typische Wiederinstandsetzung der Familie überlagert. Und Tom Cruis nervt in diesem Film mehr als in jedem anderen seiner Filme. Das ist besonders bitter, wenn man sich überlegt, dass auch Jim Carrey im Gespräch für die Hauptrolle war – er hätte dem film definitiv gut getan.

Imdb: http://imdb.com/title/tt0089469/

Eine Antwort schreiben